2012-09-17

Oracle Forms fits4all

Wer liebt sie nicht? Die hochauflösende, brillante Darstellung, die einem die längst gängigen HD-Monitore bieten? Doch wer eine Oracle Forms-Anwendung betreibt, hat leider nicht viel von den höheren Auflösungen. Wird das Forms-Fenster vergrößert, sieht der Anwender meist grau - die Farbe des Hintergrundes.

Oracle Forms-Applikationen werden vom Entwickler für eine feste Auflösung optimiert erstellt und erlauben keine Anpassungen des Anwenders, an die Auflösung des eigenen Bildschirms.

Diese Maxime zu brechen ist TEAM angetreten und hat den FormsResizer entwickelt.

Hören Sie mehr dazu auf der diesjährigen DOAG Konferenz in Nürnberg: http://www.doag.org/konferenz/vortrag_details.php?merken=0&id=447570

Die Vortragsunterlagen finden Sie nach der Veranstaltung selbstverständlich auf den Seiten der DOAG und natürlich auch hier im Block.

2012-09-14

Lizenzprobleme bei Oracle Datenbankserver mit Virtualisierung/Partitionierung

Das Lizenzmanagement für Oracle Produkte, insbesondere Datenbank, führt immer wieder zu reichlich Diskussionen. Das liegt vor allem daran, dass Oracle für die Enterprise Edition und die Standard Edition unterschiedliche Lizenzmodelle verwendet, wenn es um die Lizensierung nach CPU geht:

  • In der Enterprise Edition bedeutet CPU ein Core, der mit einem architekturabhängigen Faktor belegt wird.
  • In der Standard Edition bedeutet CPU ein CPU-Sockel, unabhängig von Anzahl Cores und auch der CPU-Architektur.

Das alleine kann schon zu enormen Kostenunterschieden führen. Besonders hitzig werden Diskussionen, wenn das Thema Virtualisierung, bei Oracle als Server/Hardware Partitioning bezeichnet, ins Spiel kommt. Oracle unterscheidet hier zwei bzw. drei Partitionierungsmethoden:

  • weiche Partitionierung (Soft Partitioning)
  • harte Partitionierung (Hard Partitioning)
  • Oracle Trusted Partitions for Oracle Engineered Systems

Die letzte Form ist lizenztechnisch mit Hard Partitioning gleich zu setzen, so dass nur Soft und Hard Partitioning zu unterscheiden sind. In dem Dokument “Oracle Partitioning Policy” sind die Auswirkungen der Partitionierungsmethoden auf die Lizenzen an sich unmissverständlich definiert.

So gilt:

Soft partitioning is not permitted as a means to determine or limit the number of software licenses required for any given server.

Die beliebte Virtualisierung über VMware gilt dabei als Soft Partitioning, Oracle VM in besonders definierten Konfigurationen aber als Hard Partitioning.Mit Hard Partitioning lassen sich also erheblich kosten sparen, wenn ein Server nicht komplett und ausschließlich für Oracle genutzt wird und damit nicht die gesamte Hardware mit allen Sockeln bzw. allen Cores lizensiert werden muss.
Die Sache hat aber einen ganz entscheidende Haken, wenn es darum geht Oracle Standard Edition bzw. Standard Edition One auf einem Serversystem mit Hard Partitioning zu lizensieren:

Die Hardware eines Servers für Oracle Standard Edition darf nur über vier Sockel und bei Oracle Standard Edition One nur über zwei Sockel verfügen!

Das bedeutet, hat ein Server mehr als vier Sockel, auch wenn nur vier oder weniger belegt sind, dann darf keine Standard Edition eingesetzt werden. Auch bei Einsatz von Hard Partitioning darf der Server nicht mehr als vier Sockel besitzen, dabei spielt es keine Rolle dass die Partition (virtuelle Maschine) ja auf vier Sockel begrenzt werden könnte. Hard Partitioning beeinflusst nur die tatsächlich zu erwerbenden Lizenzen.
Wird die RAC Option der Standard Edition genutzt, die dort ja kostenfrei enthalten ist, so darf die Hardware des gesamten Clusters ebenfalls nicht mehr als vier Sockel besitzen. Somit darf ein RAC für die Standard Edition aus maximal zwei Knoten mit jeweils zwei Sockeln oder aus maximal vier Knoten mit jeweils einem Sockel aufgebaut werden.

Für die Standard Edition One gilt bis auf die RAC Option vergleichbares nur mit der Begrenzung auf zwei Sockel.

Die Auswahl der richtigen Hardware spielt also eine ganz entscheidende Rolle, ob die Standard Edition eingesetzt werden kann oder nicht. Dieser Aspekt sollte also bereits bei der Beschaffung von Hardware und nicht erst bei der Lizenzbeschaffung betrachtet werden. Da gilt auch bei der Evaluation eines Downgrade von der Enterprise Edition auf die Standard Edition, bei der die Ausstattung der vorhandenen Hardware berücksichtigt werden muss.
(siehe auch den Gartner Report "Consider Oracle Standard Edition to Reduce Database Management System Costs")

2012-09-04

Gartner nimmt Oracle ADF unter die Lupe

In ihrem jüngsten Artikel hat eines führenden Marktforschungsunternehmen für den IT Bereich (Gartner) Oracles Entwicklungsframework ADF unter die Lupe genommen.

Gerade Unternehmen, die schon Oracle Technologien vertrauen, werden mit dem Framework von enormen Vorteilen in der Integration und der Vielfältigkeit profitieren.

Zitat: “ Development organizations deploying general purpose enterprise Java applications on Oracle's Fusion middleware suite will find ADF's deep integration with this suite to be a significant advantage. This is particularly true among applications that rely on elements of the stack that go beyond the core WebLogic server. Most notably, development efforts leveraging a combination of JDeveloper, ADF, and OFM will yield measurably higher developer productivity rates than alternative Java technologies.”

Den gesamten Artikel lesen Sie unter:

http://www.gartner.com/technology/reprints.do?id=1-1BU762S&ct=120827&st=sb

Stephan La Rocca

2012-08-24

PL/SQL Performancebremsen mit dem hierarchischen Profiler finden

Ein paar scheinbar unbedeutende Anpassungen in einer PL/SQL Prozedur, in einer weiteren nur ein neues, im „Trockentest“ rasend schnelles SQL Query hinzugefügt, noch eben ein kleiner Testdurchlauf auf dem Entwicklungssystem: Funktioniert, ist auch schnell genug. Also können die Erweiterungen in den Ladeprozess des Datawarehouse-Testsystems eingespielt werden. Was aber tun, wenn der veränderte Code auf dem Testsystem mit einem deutlich größeren Datenvolumen nun eben nicht mehr schnell genug ist und den vorher performanten Ladelauf ausbremst?

Anstatt jetzt sofort alle Code-Änderungen in Frage zu stellen, gibt es eine recht einfache Möglichkeit, zumindest das PL/SQL-Unterprogramm, dass für die Performanceverschlechterung verantwortlich ist, oder sogar die Zeile, in der ein langsamer SQL-Befehl steht, zu identifizieren: Der hierarchische Profiler im DBMS_HPROF-Package, das seit der Version 11g Release 1 in der Oracle-Datenbank enthalten ist! Dieser Profiler speichert das dynamische Ausführungsprofil von PL/SQL-Programmen und deren Unterprogrammen und lässt so die Analyse von z.B. Anzahl der Aufrufe und in einzelnen Unterprogrammen verbrauchter Zeit zu. Dieser Blogeintrag soll einen kleinen Einblick in die Möglichkeiten des Profilers geben.

Um das DBMS_HPROF-Package zu nutzen, müssen zunächst einige Voraussetzungen mit DBA-Rechten geschaffen werden:

1. Ein Oracle-Directory zum Ablegen einer Tracedatei durch DBMS_HPROF anlegen. Der im Beispiel verwendete Name profiler ist dabei beliebig gewählt.

   CREATE OR REPLACE DIRECTORY profiler
      AS '/home/oracle/profiler';

2. Lese- und Schreibrechte auf dem Verzeichnis vergeben, im Beispiel an den Benutzer dwh_target.

   GRANT READ, WRITE ON DIRECTORY profiler TO dwh_target;

3. Zu guter Letzt muss noch das Privileg zum Ausführen des DBMS_HPROF-Package vergeben werden.

   GRANT EXECUTE ON DBMS_HPROF TO dwh_target;

Das Profiling wird, z.B. in einem anonymen PL/SQL-Block, mit DBMS_HPROF.START_PROFILING (unter Angabe von Ziel-Directory und Ziel-Datei) gestartet und mit DBMS_HPROF.STOP_PROFILING wieder angehalten. Im Beispiel wird die Prozedur fehlerpruefung aus dem Package dq_check_pkg aufgerufen. Diese Prozedur ruft, wie später zu sehen sein wird, weitere Unterprogramme auf.

   BEGIN
      -- Profiling starten unter Angabe von Ziel-Directory und -Datei
      DBMS_HPROF.START_PROFILING('PROFILER', 'profiler.log');
  
      -- Aufruf der zu untersuchenden PL/SQL-Unterprogrammstruktur    
      dq_check_pkg.fehlerpruefung;
  
      -- Profiling stoppen
      DBMS_HPROF.STOP_PROFILING;
   END;

Die dabei entstandene Datei kann man sich mit einem Texteditor anschauen.
P#V PLSHPROF Internal Version 1.0
P#! PL/SQL Timer Started
P#C PLSQL."DWH_TARGET"."DQ_CHECK_PKG"::11."__pkg_init"
P#X 5
P#R
P#C PLSQL."DWH_TARGET"."DQ_CHECK_PKG"::11."FEHLERPRUEFUNG"#980980e97e42f8ec #2130
P#X 26
P#C SQL."DWH_TARGET"."DQ_CHECK_PKG"::11."__static_sql_exec_line2147" #2147
P#X 89
P#R
P#X 14
P#C SQL."DWH_TARGET"."DQ_CHECK_PKG"::11."__static_sql_exec_line2153" #2153
P#X 31496559
P#R
P#X 22
P#C SQL."DWH_TARGET"."DQ_CHECK_PKG"::11."__static_sql_exec_line2157" #2157
P#X 9645
P#R
P#X 6
P#C PLSQL."DWH_TARGET"."DQ_CHECK_PKG"::11."FEHLERPRUEFUNG.C_SENDUNGEN"#980980e97e42f8ec #2140
P#X 22
P#C SQL."DWH_TARGET"."DQ_CHECK_PKG"::11."__static_sql_exec_line2141" #2141
P#X 937
P#R
P#X 2
.
.
.
P#R
P#C PLSQL."SYS"."DBMS_HPROF"::11."STOP_PROFILING"#980980e97e42f8ec #59
P#R
P#! PL/SQL Timer Stopped

Das Zeilenprefix beschreibt dabei den Inhalt der jeweiligen Zeile:
P#V: Startzeile mit Versionsinformation
P#C: Unterprogrammaufruf
P#R: Rückkehr / Rückgabe vom Unterprogramm
P#X: Zwischen vorherigem und folgendem Ereignis verstrichene Zeit (Mikrosekunden)
P#!: Kommentarzeile

Eine Aufrufzeile ist wie folgt aufgebaut:

zeile

Die Analyse der Ausführung mag für kleine Programmstrukturen noch anhand dieser Tracedatei möglich sein, je größer die Datei jedoch wird, desto schwieriger wird es auch, grundsätzliche Informationen auf einen Blick zu erkennen. In einem solchen Fall hilft wieder DBMS_HPROF weiter, denn das Package hält eine weitere nützliche Funktion bereit: DBMS_HPROF.ANALYZE. Mit dieser lassen sich die Ergebnisse aus der Tracedatei aufbereitet in Datenbanktabellen abspeichern.

Bevor die Analyse beginnen kann, muss noch die entsprechende Tabellenstruktur angelegt werden. Ein Script, das diese Aufgabe übernimmt, liegt unterhalb des Datenbank-Home-Verzeichnisses und kann z.B. mit SQL*Plus aufgerufen werden:

   >sqlplus user/passwort@connect_id @$ORACLE_HOME/rdbms/admin/dbmshptab.sql

Dann wird der Inhalt der Tracedatei analysiert, z.B. mit folgenden Code:

   DECLARE
      runid NUMBER;
   BEGIN
      runid := DBMS_HPROF.ANALYZE(LOCATION => 'PROFILER',        
                                  FILENAME => 'profiler.log');
      DBMS_OUTPUT.PUT_LINE('runid = ' || runid);
   END;

Mit der RUNID, die zurückgegeben wird, lassen sich in den Tabellen die zum jeweiligen Analysedurchlauf gehörenden Datensätze identifizieren. Die Ergebnisse sind in den folgenden drei Tabellen zu finden:

DBMSHP_RUNS: Allgemeine Informationen über den Analysedurchlauf

runs

RUNID:             ID des Analysedurchlaufs
RUN_TIMESTAMP:     Zeitstempel des Analysedurchlaufs
TOTAL_ELAPSED_TIME:Dauer des Analysedurchlaufs in Mikrosekunden
RUN_COMMENT:       Kommentar, den man dem ANALYZE optional übergeben kann

DBMSHP_FUNCTION_INFO: Informationen über Unterprogramme

function

RUNID:                ID des Analysedurchlaufs
SYMBOLID:             Eindeutige ID für dieses Unterprogramm in diesem Analysedurchlauf
OWNER:                Besitzer des Moduls, in dem das Unterprogramm definiert ist
MODULE:               Modul, in dem das Unterprogramm definiert ist
TYPE:                 Typ des Moduls, in dem das Unterprogramm definiert ist
FUNCTION:             Name des Unterprogramms
LINE#:                Zeilennummer, an der das Unterprogramm im Modul definiert ist
HASH:                 MD5 Hash für die Signatur des Unterprogramms
NAMESPACE:            Namespace des Unterprogramms (z.B. SQL oder PLSQL)
SUBTREE_ELAPSED_TIME: Im Unterprogramm und dessen Unterprogrammen verbrauchte Zeit
FUNCTION_ELAPSED_TIME:Im Unterprogramm verbrauchte Zeit
CALLS:                Anzahl der Aufrufe dieses Unterprogramms

DBMSHP_PARENT_CHILD_INFO: Informationen über Eltern-Kind-Aufrufe

parentchild

RUNID:                ID des Analysedurchlaufs
PARENTSYMID:          Eltern-SYMBOLID (DBMSHP_FUNCTION_INFO)
CHILDSYMID:           Kind-SYMBOLID (DBMS_FUNCTION_INFO)
SUBTREE_ELAPSED_TIME: Im Unterprogramm und dessen Unterprogrammen beim Aufruf durch dieses Eltern-Element verbrauchte Zeit
FUNCTION_ELAPSED_TIME:Im Unterprogramm beim Aufruf durch dieses Eltern-Element verbrauchte Zeit
CALLS:                Anzahl der Aufrufe dieses Unterprogramms durch dieses Eltern-Element

Verknüpft man nun die Tabellen DBMSHP_PARENT_CHILD_INFO und DBMSHP_FUNCTION_INFO in einem Query miteinander, kann man über entsprechende Filterbedingungen einzelne Unterprogrammaufrufstrukturen gezielt analysieren und erhält Ergebnisse, mit denen imperformante Unterprogramme und sogar Zeilen mit imperformantem SQL-Code identifiziert werden können:

   SELECT pfi.module PARENT_MODULE,
          pfi.function PARENT_FUNCTION,
          pfi.namespace PARENT_NAMESPACE,
          cfi.module CHILD_MODULE,
          cfi.function CHILD_FUNCTION,
          cfi.namespace CHILD_NAMESPACE,
          pci.subtree_elapsed_time/1000000 SUBTREE_TIME_S,
          pci.function_elapsed_time/1000000 FUNCTION_TIME_S,
          pci.calls CALLS
     FROM dbmshp_parent_child_info pci,
          dbmshp_function_info pfi,
          dbmshp_function_info cfi
    WHERE pci.parentsymid = pfi.symbolid
      AND pci.childsymid = cfi.symbolid
      AND pci.runid = 1
    START WITH pfi.function = 'FEHLERPRUEFUNG'
          CONNECT BY PRIOR pci.childsymid = pci.parentsymid;

analyse


Beschäftigt man sich etwas mit den Möglichkeiten und Informationen, so lassen sich auch komplexere PL/SQL-Aufrufstrukturen relativ einfach analysieren.