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2013-02-05

Data Pump Export mit Flashback-Zeit über Enterprise Manager

Im Database Control einer 11.2.0.2 Datenbank habe ich versucht einen lesekonsistenten Data Pump Export auf eine Flashback-Zeit als Job zu konfigurieren. Dabei bin ich auf zwei Probleme getroffen:

  1. Bei der Auswahl der Flashback-Zeit kann keine volle Stunde gewählt werden, da als Minuten 5 bis 60 in Fünferschritten angeboten werden. 00 Minuten fehlen und 60 Minuten ist ja Unsinn bei einer Zeitangabe. Siehe auch folgenden Bildschirmabzug:
    OEM-DP-Job-Fehler
  2. Wenn eine sinnvolle Flashback-Zeit (z.B. 11.03.2013 15:05 Uhr) angegeben ist, dann führt das Weiterleiten des Jobs zum Fehler ORA-39001, ORA-39150, ORA-08186:
     OEM-DP-Job-Fehler2

Den ersten Fehler kann ich in anderen Installationen (10gR2, 11gR1 und 11gR2) nicht nachvollziehen. Das kann also eventuell an einer ungünstigen Kombination der NLS Parameter liegen.

Den zweiten Fehler habe ich auch in anderen Installationen, so auch beim Database Control einer 10.2.0.3 Datenbank als auch im Grid Control 11g bei einer 11.1.0.7 und einer 11.2.0.1 Datenbank. Das scheint also ein Bug zu sein.
Der eigentliche Fehler ORA-08186 resultiert aus dem generierten Data Pump Script, speziell aus der folgenden Zeile:
  dbms_datapump.set_parameter(handle => h1, name => 'FLASHBACK_TIME', value => '11-03-13 15.05');
Es wird implizite und keine explizite Typkonvertierung durchgeführt. Das Format der Datum/Zeitangabe, endspricht nicht dem Default. Dieser kann ermittelt werden mit dem folgenden Select (siehe MOS Note ID 464132.1):
  SELECT * FROM V$NLS_PARAMETERS where parameter = 'NLS_TIMESTAMP_FORMAT';
In meinem Fall ist das Ergebnis:
  PARAMETER VALUE
  NLS_TIMESTAMP_FORMAT DD.MM.RR HH24:MI:SSXFF

Das Format entspricht der deutschen Territory Einstellung. Diese wird aber weder im Database Control noch im Grid Control berücksichtigt.

Wenn man den Data Pump Export mit Flashback-Zeitpunkt über den Enterprise Manager machen möchte, bleibt also nichts anderes übrig als einen manuellen SQL-Skript Job anzulegen und darin dann entweder den Zeitpunkt im zum Default korrekten Format anzugeben oder aber eine explizite Typkonvertierung durchzuführen, z.B.:
  dbms_datapump.set_parameter(handle => h1, name => 'FLASHBACK_TIME', value => '11.03.13 15:00:00');

Ich hoffe diese Information hilft anderen bei der Problemanalyse.

2012-10-23

Download älterer Versionen der Oracle Software

Seit Mitte 2012 können ältere Versionen der Oracle Software nicht mehr über das Oracle Technology Network (OTN) und auch nicht ohne weiteres aus der Oracle Software Delivery Cloud herunter geladen werden. Das betrifft alle Produkte.

Die Downloadlinks älterer Versionen sind aus dem OTN spurlos verschwunden.

Beim Enterprise Manager Download im OTN hatte ich vor einigen Wochen noch einen Hinweis gesehen, wie man an den Downloadlink einer alten Version herankommt. Dieser Hinweis ist aber nun auch nicht mehr vorhanden und bei anderen Produkten stand er nicht. Im OTN findet sich also kein Hinweis ob und wie man eine alte Version herunter laden kann.

In einem anderen Blog habe ich den Hinweis gefunden, dass man mit einem bekannten Link auf eine alte Software Version im OTN diese noch herunter laden kann. Das geht nun jedoch auch nicht mehr. Die alten Softwarestände scheinen aus dem OTN komplett entfernt zu sein.

Benötigt man ältere Softwarestände der Oracle Produkte, so muss man über einen gültigen Support Vertrag mit Oracle verfügen. Die Medien oder Downloads kann man dann über My Oracle Support (MOS) anfordern (siehe FAQ: Downloading 9i, 10g, and 11g database software media [ID 1476075.1]). Dazu erstellt man einen “Contact Us” bzw. “non-technical” Service Request. Details, wie ein solcher Service Request (SR) erstellt wird finden sich in folgender MOS Note:

Wünscht man im SR kein “physical software media shipment” dann erhält man als Ergebnis bzw. Lösung im SR einen Link auf die Oracle Software Delivery Cloud mit einem eigenen Token. Über diesen kann man die Software dann herunterladen. Bei komplexeren Produkten, wie z.B. Enterprise Manager Grid Control, für die mehrere Downloads erforderlich sind (z.B. Grid Control, WebLogic Server, 32bit jdk for 64bit Java, Grid Control Agent), kann man diese in einem gemeinsamen SR anfordern und kann sie dann auch unter einem Link herunter laden.

Wichtig: Der angeforderte Downloadlink ist nur eine begrenzte Zeit (7 Tage) verfügbar!

Danach bekommt man folgende Meldung:
error

2012-07-20

PL/SQL - Eine Liste von Tokens aus einem Text mit Hilfe von Regular Expressions erstellen

Problem:

Ein Text soll in PL/SQL nach Auftreten von Ausdrücken durchsucht werden. Als Ergebnis sollen die Treffer als Collection zurückgeben werden.

Lösung:

Der hier vorgestellte Lösungsansatz basiert auf der Verwendung von Regular Expressions. Wir nutzen eine Nested Table zum Sammeln der gefundenen Token und nutzen diesen Typ auch als Rückgabe unserer Splitfunktion.
Mit der Standard-PL/SQL-Funktion regexp_substr lassen sich Bereiche aus einem String herauslesen:
REGEXP_SUBSTR(
   source_string,
   pattern [,
   position [,
   occurrence [,
   match_parameter ]]]
)
source_string:       Zu untersuchender Text
pattern:                 regular expression
position:                Position in source_string, ab der gesucht werden soll
occurence:            Nr. des Tokens, welches als Ergebnis zurückgeben
                            werden soll

match_parameter:  kann eine beliebige Kombination der folgenden
                             Angaben sein:

                                   i: Groß-/Kleinschreibung wird ignoriert
                                  c: Groß-/Kleinschreibung wird beachtet
                                  n: Punkt (.) im Pattern gibt an, dass neue
                                      Zeilen ebenfalls beachtet werden sollen

                                  m: ^ und $ markieren den Anfang bzw.
                                      das Ende einer Zeile bei Multi-Line Strings
Des Weiteren wird die Funktion regexp_instr verwendet, die die Position (Anfang oder Ende) eines Teilstrings ermittelt:
REGEXP_INSTR(
   source_string,
   pattern [,
   position [,
   occurrence [,
   return_option[,
   match_parameter ]]]]
)
source_string:       Zu untersuchender Text
pattern:                regular expression
position:               Position in source_string, ab der gesucht werden soll
occurence:           Nr. des Tokens, welches als Ergebnis zurückgeben
                           werden soll

return_option:      0, wenn die erste Position eines gefundenen Tokens
                               zurückgegeben werden soll;

                           1, wenn die Position nach dem gefundenen Token
                               ausgegeben werden soll

match_parameter: kann eine beliebige Kombination der folgenden
                            Angaben sein:

                                   i: Groß-/Kleinschreibung wird ignoriert
                                  c: Groß-/Kleinschreibung wird beachtet 
                                  n: Punkt (.) im Pattern gibt an, dass neue
                                      Zeilen ebenfalls beachtet werden sollen

                                  m: ^ und $ markieren den Anfang bzw. das
                                      Ende einer Zeile bei Multi-Line Strings
Im Folgenden werden hier zwei Lösungswege vorgestellt. In der ersten Lösung (reg_split(p_string, p_pattern)) wird der String über ein CONNECT-BY-SELECT-Statement mehrfach untersucht. Dabei wird die LEVEL-Variable dazu genutzt den Occurence-Parameter zu füllen.
Die zweite Lösung (reg_split_rec(p_string, p_pattern, p_pos)) verwendet einen rekursiven Ansatz, bei dem der nächste verfügbare Startpunkt an die nächste Rekursionsebene übergeben wird.
IMPLEMENTIERUNG ALS ANONYMER PL/SQL-BLOCK:
==========================================

declare
   type nt_tab_vc2 is table of varchar2(4000);
   v_return nt_tab_vc2;

   function reg_split(p_string in varchar2, 
                      p_pattern in varchar2)
   return nt_tab_vc2 is
      v_ret nt_tab_vc2;
   begin
      v_ret := nt_tab_vc2();
      select
         regexp_substr(p_string, p_pattern, 1, level) token
      bulk collect into
         v_ret
      from
         dual
      where
         regexp_substr(p_string, 
                       p_pattern, 
                       1,
                       level,
                       'i') is not null
      connect by
         regexp_instr(p_string, 
                      p_pattern, 
                      1, 
                      level) > 0;
      return v_ret;
   end;

   function reg_split_rec(p_string in varchar2, 
                          p_pattern in varchar2,
                          p_pos in number default 1)
   return nt_tab_vc2 is
      v_ret nt_tab_vc2;
      v_token varchar2(4000);
      v_pos_next number;
   begin
      v_token := regexp_substr(p_string, 
                               p_pattern, 
                               p_pos, 
                               1);
      if v_token is not null then
         --pattern is found
         v_pos_next := regexp_instr(p_string, 
                                    p_pattern, 
                                    p_pos,
                                    1,
                                    1);

         v_ret := reg_split(p_string,
                           
p_pattern,
                           
v_pos_next);
         v_ret.extend(1);
         v_ret(v_ret.last) := v_token;
         return v_ret;
      else
         --pattern is not found
         return nt_tab_vc2();
      end if;
  end;

begin
   v_return := reg_split(
                    'Hello @world@! The weather is @great@ today.', 
                    '(\@)([a-z-]\w+)(\@)');
   if v_return.count > 0 then
      for i in v_return.first .. v_return.last
      loop
         dbms_output.put_line(lpad(i, 
                                   round(log(10,v_return.count))+1)||' '||v_return(i));
      end loop;
   end if;
end;

BEISPIEL-AUSGABE:
=================
1 @world@
2 @great@

2012-02-08

RAC-Migration von 10g R2 auf 11g R2 über Data Guard mit Handicaps

In der aktuellen DOAG News (Nr.1 | Februar 2012) ist ein Artikel mit oben genanntem Titel veröffentlicht. Dieser beschreibt neben dem technischen Hintergrund auch ausführlich die Erfahrungen aus einem Projekt beim Versicherungsverbund Die Continentale und insbesondere die kleineren und größeren Handicaps, die es zu bewältigen gab.

Im Rahmen des Projekts wurde ein Oracle 10g Rel.2 zwei Knoten „extended distance“ RAC mit möglichst geringer Downtime auf einen drei Knoten 11g Rel. 2 „extended distance“ RAC migriert. Die Migration der Datenbanken erfolgte als Rolling Upgrade über Data Guard mittels Logical Standby.

Der Artikel ist in Anlehnung an den gleichlautenden Vortrag von Herrn Dr. Andreas Fleige und mir auf der DOAG Konferenz 2011 verfasst worden.

2011-12-23

Oracle Scheduler Jobs ein-/ausschalten

ab Oracle Version 10g werden regelmäßig auszuführende, zeitgesteuerte Jobs über den Scheduler (Package: dbms_scheduler) und nicht mehr als Jobs (Package: dbms_jobs) eingerichtet. Immer wieder steht man vor der Aufgabe alle Scheduler-Jobs auf einmal zu deaktivieren, insbesondere z.B. nach dem Clonen einer Produktiv-DB in eine Test-DB.

Komplett ausgeschaltet werden kann der Scheduler mittels:
   dbms_scheduler.set_scheduler_attribute('SCHEDULER_DISABLED','TRUE');
Komplett eingeschaltet werden kann der Scheduler mittels:
   dbms_scheduler.set_scheduler_attribute('SCHEDULER_DISABLED','FALSE');
Zu beachten ist hier die, auf den ersten Blick, vertauschte Bedeutung von 'TRUE' und 'FALSE'!

Ein einzelner Job kann deaktiviert werden mittels:
   exec dbms_scheduler.disable('<job_name>');
und aktiviert wird er über:
   exec dbms_scheduler.enable('<job_name>');
Hiermit können jedoch nur Jobs des am SQL*Plus angemeldeten Benutzers (aktuelles Schema) ein- bzw. ausgeschaltet werden. Die Dokumentation liefert keinen Hinweis darauf, wie man z.B. als sys alle Scheduler-Jobs auch fremder Schamata ausschalten kann.

Etwas Herumexperimentieren hat aber ergeben, dass ein einzelner Job in einem fremden Schema deaktiviert werden kann mittels:
   exec dbms_scheduler.disable('<owner>.<job_name>');
und aktiviert wird ein Job in einem fremden Schema über:
   exec dbms_scheduler.enable('<owner>.<job_name>');
Man muss also einfach den Job-Namen ersetzen durch Eigentümer.Job-Name.

Die notwendigen Informationen zu den Scheduler-Jobs liefert die View DBA_SCHEDULER_JOBS.

Alle Scheduler-Jobs aller DB-Benutzer auf einmal ausschalten geht mit folgendem PL*SQL Block:
begin
   for v_job_info in (select owner, job_name from DBA_SCHEDULER_JOBS where enabled = 'TRUE')
   loop
      dbms_scheduler.disable(v_job_info.owner || '.' || v_job_info.job_name);
   end loop;
end;

Folgende Scheduler-Jobs sollte man typischer Weise aktiv/eingeschaltet lassen
(und es gibt sicher noch weitere, die laufen sollten):
OWNER                          JOB_NAME
------------------------------ ------------------------------
SYS                            BSLN_MAINTAIN_STATS_JOB
SYS                            DRA_REEVALUATE_OPEN_FAILURES
SYS                            ORA$AUTOTASK_CLEAN
SYS                            PURGE_LOG
ORACLE_OCM                     MGMT_STATS_CONFIG_JOB
ORACLE_OCM                     MGMT_CONFIG_JOB
EXFSYS                         RLM$SCHDNEGACTION
EXFSYS                         RLM$EVTCLEANUP

2011-01-19

Grid Control Agent läuft, aber Windows Service nicht mehr! Was tun?

Gelegentlich kommt es vor, dass der Windows Service für den GC Agent (z.B. Oracleagent10gAgent) beendet ist, obwohl im Taskmanager der emagent.exe Prozess noch läuft. In diesem Fall kann der Agent dann nicht über Services und auch nicht über "emctl stop/start agent" beendet bzw. neu gestartet werden. Der Status mit "emctl status agent" wird korrekt als "Agent is Running and Ready" ausgegeben.

Beim Killen über den Taskmanager wird der Prozess immer wieder automatisch neu gestartet!

Dann hilft:
> emctl istop agent
in der Kommandozeile.

siehe hierzu auch “My Oracle Support” ID 459387.1